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  • AutorenbildAntje

Gott wirkt noch heute

Seit dem Jahr 2000 arbeite ich in der Altenpflege; eine Arbeit, die einem viel abverlangt, aber so facettenreich, so schön ist, dass ich sie wirklich gerne tue. In der Coronazeit wurden viele Dinge von außen auferlegt, was die tägliche Arbeit sehr erschwert hat. Hinzu kam das Leid und der oft qualvolle Tod der Coronapatienten. Wir als Mitarbeiter kamen an einen Punkt, wo uns die Kraft ausging, wo wir kein Licht am Ende des Tunnels gesehen haben. Und ich? Ich bin doch Christ? Ich kenne doch den Psalm 23, in dem es heißt: "Und ob ich schon wanderte im finstren Tal, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir." Das glaube ich, keine Frage, aber der Alltag in der Altenpflege brachte mich an einen Punkt völliger Müdigkeit, völliger Leere. Und dann waren da die Tränen meiner Kollegen, die ebenfalls weder ein noch aus wussten.

Immer wieder ging ich auf meine Knie und suchte Gott von ganzem Herzen. Das war tatsächlich das Einzige, was mir auf der Arbeit blieb - die Beziehung zum Herrn und die Gewissheit: er ist da.

Jeden Morgen, noch ganz in der Früh, als es draußen noch dunkel war, ging ich heimlich in das Zimmer einer Patientin, die auch gläubig ist. Ich öffnete leise das Fenster, nahm die Maske ab, und atmete die kalte Luft ein, und nicht selten dankte ich Gott in diesem Moment der Ruhe. Ich machte dieser Patientin im Hintergrund oft leise ihre Lieblingslieder an, und eines dieses Lieder war: "Lasst uns danken statt zu klagen". Immer wieder machte ich mir dieses Lied an, und öffnete das Fenster, und dankte Gott. Mehr und mehr merkte ich, wie mein Herz sich in dieser schweren Zeit mit Freude füllte. Dann kam der Moment, in dem ich das Fenster wieder schließen, die Maske wieder aufsetzen musste, und hinein ging zu all den traurigen Menschen.


Und dann geschah etwas, womit ich nie gerechnet hätte: Eine Kollegin suchte mich auf, und sagte mir: "Du bist Christ: Wir alle sind so hoffnungslos und traurig, wir können nicht mehr. Kannst du uns eine Andacht halten?" - Ich??? Der selbst so schwach ist??? Ich sagte zu, weil der, der in mir lebt größer ist, als jede Schwachheit; er, der die Welt überwunden hat. Und so hielt ich eine Andacht für meine Kollegen.


Ich möchte dir Mut machen: mag alles um dich herum traurig und trist erscheinen, komm zu Jesus.


Autor: Paddy Calza



Bild: Paddy Calza



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