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  • AutorenbildAntje

Für Jesus - Michelles Zeugnis

Viktor und Michelle erwarten ein Kind. Doch die Schwangerschaft läuft nicht wie erwartet. Michelle darf sich nicht viel bewegen und muss meistens das Bett hüten. Das alles in der CORONA-Zeit. Michelle fühlt sich mit der Zeit einsam und isoliert. Die meiste Zeit sitzt sie am Handy. Doch das verringert ihre Einsamkeit nicht gerade. Im Gegenteil: durch die perfekt präsentierten Leben zieht sie Vergleiche und wird nach und nach unglücklich.


Die junge Frau sehnt sich nach Gemeinschaft, nach einer Aufgabe und will mehr vom Leben. Michelle fasst einen Entschluss: „Wenn [ich Instagram jetzt wieder nutzen will], dann sollte ich das aber wirklich für Gott machen. Ich erinnere mich an die letzen Male, bei denen ich wirklich einfach nur Stunden vor dem Handy saß und geschellt habe.“

Gesagt - getan. Michelle beginnt Instagram zur Ehre Gottes zu nutzen, nachdem sie es in den Jahren zuvor bereits drei Mal heruntergeladen und gelöscht hatte. Doch dieses Mal sollte es anders sein. Statt sich zu vergleichen und Zeit zu verschwenden, wollte sie ihre Seite @gracefulfam nun zur Ehre Gottes nutzen.


Zu diesem Zeitpunkt hatte Michelle aber noch keine Ahnung, was es sie alles kosten würde, diesen Entschluss in die Tat umzusetzen. „Ich hatte sehr viele weltliche Freunde und ich habe sie alle bis auf eine oder anderthalb verloren. Also wirklich einfach alle, die seit der dritten Klasse meine Freunde waren. […] Wir waren wirklich so eine eingeschworene Gruppe und die haben mich irgendwie ausgestoßen; auf Grund meines Glaubens, auf Grund meines Zeugnisses. Das war richtig schlimm und das verfolgt mich immer noch ein bisschen“, erinnert sie sich an diese Zeit zurück. „Das war wie meine Familie.“

Obwohl dieser Verlust sie stark getroffen hat, entscheidet Michelle sich dazu nach vorne zu sehen: „Es ist hart, aber man wird auch neue Leute finden. […] Da gibt es noch andere Christen, die haben die gleiche Vision. [Sie] gehen nicht den identischen Weg wie du, aber die wollen Gott auch groß machen.“ Es ist ihr anzusehen, dass dieser Gedanke ihr Hoffnung gibt und ihr hilft weiter zu machen.

Ihr Account wächst, trotz einiger kritischer Stimmen, die vor Allem aus den Reihen der Kirchgänger laut werden. Michelle erinnert sich daran: „Als ich angefangen habe von Gott zu reden, waren die ersten, die Gegangen sind, tatsächlich Leute aus meiner Gemeinde.“ Der Grund, der der jungen Mama dafür genannt wurde, sei, dass es die Leute nicht mehr interessiere, was sie erzähle. Michelle versteht die Welt nicht mehr: „Es ging wirklich so 90% oder sagen wir mal 80% um Gott.“


Auch nachdem ihr Sohn, Joel, zur Welt gekommen war, verstummt die Kritik nicht. Die junge Mutter fühlte sich von der Gesellschaft und ihrem Umfeld unter Druck gesetzt. Sie bekam zu hören, dass ihr Leben jetzt vorbei sei. Durch Worte wie diese, entschied sie sich trotz Kind wieder arbeiten zu gehen. Schmunzelnd erzählt sie heute: „Irgendwie hatte ich voll den Druck. Ich habe dann angefangen Vollzeit zu arbeiten, weil ich meinte, ich müsste mir das jetzt einfach selber beweisen und den Anderen. Ich war auch irgendwie voll unzufrieden mit mir selbst.“


„Vier Monate lang habe ich es geschafft [Vollzeit zu arbeiten], aber dann habe ich mir gesagt: nie wieder“, erinnert Michelle sich. Ihr Sohn war zu der Zeit gerade einmal anderthalb Jahre alt. „Es war richtig schlimm für mich und auch für die Familie“, gesteht die junge Mama. „Mein Mann war trotzdem da und hat mich immer unterstützt“, berichtet sie weiter.


„Und dann hatte ich eben diese Phase, wo ich eigentlich anfing stolz darauf zu werden, dass ich mich [von dem Druck und den Anforderungen] abgewandt habe. Ich habe gesagt: ´Okay, ich weiß nicht, ob ich einen neuen Job kriege und ich weiß auch nicht, was Gottes Wille ist. Aber ich beschäftige mich auf jeden Fall mit der Selbstständigkeit und lege das in Gottes Hände, ob ich danach nochmal irgendwo arbeiten soll. […]´ Und so kam es, dass ich [vimi] zu dem Zeitpunkt angefangen habe“, erzählt sie weiter.


Vimi“ - das ist ihr Herzensprojekt. Nachdem Michelle und ihr Mann Viktor schon länger darüber nachgedacht hatten, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, gründeten sie 2022 ihren eigenen Online-Shop.


Vimi“ steht für Viktor und Michelle. Die beiden wollten den Markennamen schützen lassen, was gar nicht so einfach war wie gedacht. Denn der Name musste die Marke repräsentieren, kreativ sein und durfte den Namen Jesu möglichst nicht erhalten, weil dieser sich nur schwer schützen ließ. Nach einigem Hin und Her und unzähligen Überlegungen, entschied das junge Paar sich schließlich dazu ihre eigenen Namen dafür zu verwenden.

Da Viktor mit seinem eigenen Vollzeit-Job bereits ziemlich ausgelastet ist, übernimmt Michelle den Großteil der Arbeit. Ihr Mann übernimmt eine Beraterposition, wie sie es ausdrückt.


Der Online-Shop ist so aufgebaut, dass die Produkte erst bedruckt werden, nachdem sie bestellt wurden. Michelle und Viktor müssen dabei nicht direkt Hand anlegen. All das wird von einer anderen Firma übernommen. Michelle kümmerst sich in erster Linie also um die Designs, Kundengewinnung und -Management, die Website und Instagram. Dieses Modell war ihr wichtig: „Am liebsten [wollte] ich etwas machen, was wirklich erst hergestellt wird, wenn eine Anfrage oder ein Kauf [getätigt werden], das dann alles verschickt wird. Damit zum Einen nicht so ein Überschuss entsteht, zum Anderen meine Finanzen in Balance bleiben.“


Mit wenig Startkapital, aber einer großen Vision begann die Arbeit also. Ihre Mission ist simpel: „Mit dem Instagram-Account @vimishop.de ist das so, dass ich eigentlich ein Statement setzen möchte, vor Allem im Alltag. Dass man das trägt, wozu man steht oder womit man sich vielleicht auch was traut und wo Leute einfach darauf aufmerksam werden. Oder [eben einfach] weil man sich selber damit wohler fühlt.“ Weiter erzählt die Gründerin: „Ja, und ich freue mich über jeden Verkauf. Ich muss ehrlich sagen: davon werde ich auch nicht reich, wenn jemand irgendetwas kauft. […] Aber trotzdem freue ich mich bei jedem Kauf wie ein Kind, das gerade unterm Weihnachtsbaum steht und Geschenke auspacken darf. Es ist für mich einfach wirklich ein Geschenk. Und deswegen gebe ich davon auch den Zehnten, also zehn Prozent des Gewinns, an @L´ESPERANCE weiter.“


Auch hier kommt die Kritik nicht zu kurz. „Man müsste alles verschenken und am Besten Leuten damit Gutes tun.“ Solche und ähnliche Worte bekam Michelle mehr als einmal zu hören. Mittlerweile hat die junge Frau aber gelernt zwischen böswilliger und gut gemeinter Kritik zu unterscheiden. Ihre Erfahrungen dabei schildert sie wie folgt: „Man muss die Leute [manchmal] einfach lassen und sich selber auch die Grenze ziehen. Das war am Anfang echt hart […]“


Michelle ist Ehefrau, Mutter und Hausfrau, arbeitet Teilzeit, leitet ihren Online-Shop mit allem, was dazu gehört und dient in der Gemeinde. Jeder einzelne Bereich erfordert Kraft und Ausdauer. Natürlich stellt das auch für die junge Frau eine Herausforderung dar, der sie jedoch mit Freude entgegen tritt. Ihr Geheimtipp: „Eigentlich ist es wirklich das Zeitmanagement, würde ich sagen; das Zeitmanagement und dass es aus dem Herzen kommen muss.“


Ihr Arbeitszeit hat sie reduziert, um sich ganz auf ihren Sohn, Joel, konzentrieren zu können, wenn sie ihn aus dem Kindergarten abholt. Wenn er schläft, dann nutzt sie die Zeit, um zum Beispiel den Haushalt ein Stück weit voran zu bringen. Sie gesteht ehrlich: „Wenn ich die Tage zu voll packe, dann schaffe ich am Ende gar nichts. Ich probiere immer Lücken zu lassen, um dann zu schauen, dass ich das, was ich vorhabe auch schaffe und mir die Zeit dafür nehme. Der Rest bleibt dann auch manchmal einfach liegen.“ Statt in Stress und Hektik zu versinken, konzentriert Michelle sich lieber immer auf die nächste Aufgabe, die vor ihr liegt und gibt dabei ihr Bestes.


Es gab eine Zeit, in der sie all diese unterschiedlichen Aufgaben unter Druck gesetzt haben. Doch mittlerweile ist sie da entspannter. „Das ist alles eigentlich mein Hobby und keine Verpflichtung, um mich irgendwie am Leben zu halten“, meint sie in Bezug auf Social Media und den Shop.


Und was wäre, wenn all das nie seine Wirkung zeigen würde? Wenn @gracefulfam nicht wachsen würde und auch @vimishop.de schlecht laufen würde? - Auch das sieht Michelle ganz entspannt: „Wenn Gott will, dann wird er auch die richtigen Leute erreichen. Und wenn mein Account nie wachsen würde, dann wäre es eben so. Irgendjemand nimmt bestimmt etwas davon mit und ich weiß mittlerweile von einer Person, die davon sehr bewegt wurde und die den Weg zu Gott zurück gehen will. Ich denke mir immer: auch wenn es nur sie ist, die mir das sagt und die mir das zeigt, dann hat sich das schon rentiert. Dadurch werde ich ruhig und weiß: Alles zu seiner Zeit.“ (Siehe Prediger 3,1)


Statt sich also auf die negativen und entmutigenden Aspekte zu konzentrieren, entscheidet Michelle sich auf Jesus zu sehen. „Ich merke, wenn ich dran bleibe, wie er das führt, segnet und wie er das zulässt, damit ich selber stärker in Ihm werde, also in der Identität in Christus“, schildert sie ihre Einstellung.

Jesus steht bei ihr im Zentrum, egal, was sie tut und in welchem Lebensbereich sie sich gerade befindet. Ihr „Rezept“ für ihre Zeit mit Ihm beschreibt sie wie folgt: „Mein persönliches Rezept, das was ich wirklich mache und wo ich auch immer wieder mal scheitere ist: Morgens zu beten, bevor ich irgendetwas anderes mache. Danach lese ich in der Bibel oder mache meine Andacht und dann mache ich noch Worship. Wenn ich den Morgen so beginne, dann stärke ich meine Beziehung zu Gott und merke auch einfach wie er mich durch den Tag begleitet, meine Gedanken mehr bei Ihm sind. Und abends bete ich auch immer […] und beende den Tag dann mit Gott und am Besten auch mit meinem Mann. Das ist für mich auch nochmal so ein Moment, in dem ich Gott näher komme und die Beziehung zu Ihm stärke.“ Außerdem hat sich die junge Ehefrau vor einigen Jahren ebenfalls angewöhnt im Alltag ebenfalls zu beten. Es ist ihr wichtig, zuerst Gott zu fragen, bevor sie Menschen um Rat bittet. Durch Gewohnheiten dieser Art hat sie mit der Zeit erleben dürfen wie Gebet nicht unbedingt immer ihre Umstände, aber auch vor Allem sie selbst verändert und ihre Beziehung mit Gott stärkt.


Gerade weil ihr ihre Beziehung zu Jesus persönlich sehr wichtig ist, ist es für sie besonders schmerzhaft, wenn andere Christen ihren Dienst verurteilen oder schlecht reden. Dazu meint sie: „Ich glaube, das ist das ironische an der ganzen Gesichte, sobald wir anfangen wirklich nicht nur zu Jesus zu stehen, sondern auch wirklich in unseren Antworten oder in der Art und Weise wie wir uns verhalten oder was wir uns anschauen, was wir posten und so weiter - wir machen uns mega angreifbar damit. […] Wenn wir Jesus bekannt machen wollen, wenn wir Zeugnis geben wollen, Menschen zu Gott führen wollen […], werden wir immer krasse Anfeindungen erleben. [Denn] wenn wir Jesus wischi-waschi verkünden würden oder was lauwarmes raushauen, dann hat der Satan ja auch gar keinen Grund uns da anzugreifen.“


Michelle könnte einfach aufgeben und gesellschafts-konforme Dinge tun und posten, aber ihr Herz brennt für Jesus. Deswegen will sie jeden Einzelnen ermutigen, sich nicht von Menschen abhängig zu machen, sondern sich gegenseitig im „Glauben zu pushen und zu ermutigen“ und Kritik in Liebe weiter zu geben sowie zu empfangen. Ihre Vorstellung von einer gut laufenden christlichen Community auf Social Media spiegelt Gottes Vorstellungen einer Gemeinde ganz gut wieder - eine weltweite Gemeinde, die all ihre Ressourcen nutzt, um Gott zu ehren.



Michelle - Ehefrau, Mutter, Hausfrau, aber auch Dienerin, Unternehmerin, Influencerin für Jesus. Ihre Lebensbereiche sind weit gefächert und fordern sie auf unterschiedliche Arten und Weisen. Doch in dem allen bekommt sie die Kraft und den Frieden, um weiter zu machen für den Einen, für den ihr Herz brennt - für Jesus.



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