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  • AutorenbildAntje

Er hat mich einfach aufgesammelt

Hallo, lieber Leser. Ich heiße Felix, bin 22 Jahre alt und will dir heute erzählen wie der Herr Jesus Christus mir ein ganz neues Leben geschenkt hat.


Ich kam am 14. September 1998 als drittes und letztes Kind meiner Eltern zur Welt. Ich hatte das riesige Vorrecht in einem christlichen Elternhaus aufzuwachsen. Wir besuchten regelmäßig die Gottesdienste und so waren mir die biblischen Geschichten von klein auf bekannt, und ich glaubte auch daran. Mein Leben war jedoch alles andere als christlich. Bereits im Grundschulalter ging ich mit meinen Freunden ins Geschäft um zu Klauen. Wir nahmen uns einfach Dinge mit, die wir gerade haben wollten. Während ich dies tat, war mir bewusst, dass ich sündigte. Wie ich es gewohnt war, betete ich immer vor dem Schlafen gehen. Ich bat um Vergebung für das Klauen und um Hilfe es nicht mehr zu tun. Doch während ich so betete und um Vergebung bat, wollte ich gar nicht damit aufhören. Mir war auch klar, dass ich morgen wieder dasselbe tun würde und ich hatte Freude daran. Das Klauen war nur eine Sache von vielen. Ich rauchte, log, war meinen Eltern ungehorsam und es gab auch noch andere Sünden, die ich gar nicht erwähnen möchte. Doch meine größte Sünde ist es gewesen, dass ich den Herrn Jesus nicht geliebt habe. Ich haben ihn erkannt, aber nicht geehrt.


Trotz alledem war ich nach wie vor immer in den Gottesdiensten dabei, wenn auch ungerne. Ich erinnere mich an zwei Male, an denen ich während des Gottesdienstes merkte, dass Gott jetzt zu mir spricht und er wollte, dass ich meine Beziehung zu ihm in Ordnung bringe. Mir ist klar gewesen, dass ich ein Sünder bin und Vergebung brauchte, doch ich wollte nicht. Ich wollte nicht mit Jesus leben. Ich dachte, wenn ich mich für ein Leben mit Jesus entscheide, muss ich ein langweiliger Christ sein. Heute weiß ich, dass es eine große Lüge Satans war. Mein Leben ging weiter, weiter ohne Jesus, weiter ohne Vergebung meiner Sündenschuld. Irgendwo habe ich damals gehört, dass die Hölle nur ein Ort der Einsamkeit ist. „Hoffentlich stimmt das“, dachte ich, „das wäre doch viel besser als ewiges Feuer.“ Ich hoffte damals darauf, weil ich dachte: „Ich werde mich niemals für Jesus entscheiden.“ Warum ich damals so dachte, kann ich heute gar nicht genau erklären.


Das Jahr 2012 neigte sich langsam dem Ende zu. Ich war gerade 14 Jahre alt und dann kam dieser bedenkliche Novembertag. Wieder einmal war ich im Gottesdienst und wieder einmal hatte Jesus mich gerufen. Der Prediger sprach über Sündenschuld, über ihre Folgen und über die Vergebung, die alleine in Jesus Christus ist. Am Ende der Predigt gab er die Möglichkeit nach vorne zu kommen und so öffentlich zu zeigen, dass man sich jetzt für ein Leben mit Jesus Christus entscheiden möchte. Ich saß gerade auf dem Balkon im Gemeindesaal. Ich merkte sehr stark, dass ich Vergebung brauchte. Jetzt ruft mich Jesus zu sich. Ich war innerlich sehr unruhig, mein Herz pochte mir bis zum Hals. Ich war den Tränen nahe und zum ersten Mal in meinen Leben dachte ich darüber nach, mich für Jesus zu entscheiden. Was jetzt passierte, kann ich nicht erklären, doch es ist tatsächlich so gewesen! Als ich darüber nachdachte mich für Jesus zu entscheiden, stand mein Körper plötzlich wie von selbst auf. Meine Füße brachten mich ins Treppenhaus als wären sie selbstständig und während ich die Stufen runterging, sagte ich bei mir: „Felix, was machst du? Felix, was machst du?“ Jetzt stand ich vor dem Haupteingang zum Gemeindesaal, bis dahin hatten meine Füße mich wie von selbst gebracht. Nun müsste ich nur noch den Gang durch nach vorne gehen, wo auch schon andere standen, um eine Entscheidung für Jesus zu treffen. Wieder versuchte Satan mich davon abzuhalten „Wenn du das machst, dann ist dein schönes Leben vorbei!“ Aber dann sagte ich bei mir selbst: „Doch, ich will das. Ich will Vergebung!“. Ich ging den Gang durch. Diesmal tat ich es bewusst. Ich stellte mich zu den anderen, Tränen rollten mir über die Wangen. Dann ging ich mit einem Prediger in einen Raum, wo wir nur zu zweit waren. Ich erzählte ihm welche Schuld ich auf mich geladen hatte, dann bat ich bei Jesus Christus um Vergebung für meine Sünden. Ich bat auch um Vergebung, für alle Sünden, die ich gar nicht mehr wusste. Als ich das getan hatte, bat ich Jesus ab jetzt der Herr meines Lebens zu sein; ab jetzt wollte ich mit ihm leben. Als ich das getan hatte, kamen Freude, Friede und Erleichterung in mein Herz. Es war, als würde eine riesige Last von mir abfallen. Was ich gerade erlebt hatte, war genau das, wonach mein Innerstes sich immer gesehnt hatte. Dieser Novembertag ist mit Abstand der heiligste Tag in meinem Leben. Endlich hatte ich Frieden mit Gott! Von diesem Moment an wusste ich, dass ich die Ewigkeit bei ihm im Himmel verbringen werde.


Ab jetzt war mein Leben nicht mehr dasselbe. Jesus veränderte mein Denken, Handeln und Fühlen. Wenn ich sagen würde: „Seit den läuft alles immer perfekt“, würde ich lügen. Auch nachdem ich mich für Jesus Christus entschieden hatte, gab und gibt es schwere Zeiten. Es gab sogar eine Zeit, in der ich dachte, ich hätte mich wieder ganz von Jesus entfernt. Doch Gott ist treu, das gute Werk, das er in mir begonnen hat, wird er auch vollenden!


Nach meiner Bekehrung, also nach meiner Entscheidung für Jesus Christus, hatte ich Jesus wirklich lieb. Aber ich hatte auch meine eigenen Vorstellungen von meinem Leben. Ich wollte irgendwann heiraten, ein Haus bauen und irgendwie auch selber entscheiden wie mein Leben laufen soll. Ich schaute damals auf einen Mann in meiner Gemeinde, der Jesus wirklich hingegeben liebt und dachte bei mir selbst: „Ich will Jesus nachfolgen, aber nicht so. Ich will schon noch selber entscheiden, wie das Leben laufen soll.“


Mein Bruder fing nach einiger Zeit mehr an in der Bibel zu lesen und aus schlechtem Gewissen lass ich nun auch mehr. Mein Jungscharleiter hatte mir damals ein Buch geschenkt. Es heißt: „Trachtet zuerst…“ Eigentlich hatte ich nie Bücher gelesen. Zweifellos hat Gott es so geführt, dass ich es laß. In dem Buch ging es um rückhaltlose Hingabe an Jesus Christus. Dann hörte ich eine Predigt von Wilhelm Pahls über das Gebet, in der er erzählte wie Christen sehr früh morgens aufstehen und Stunden lang im Gebet verbringen. Das Bibel lesen, das Buch und die Predigt zeigten mit wie viel Hingegeben andere Jesus nachfolgten und wie ich nachfolgte. Zu der Zeit begann ich auch zu verstehen, welche Gnade Jesus mir am Kreuz erwiesen hat. Der Gedanke, dass Gott selbst für mich gestorben ist, traf mich tief; oft kamen mir die Tränen, wenn ich darüber nachdachte, was Jesus für mich Sünder getan hatte. Von seiner Gnade überwältigt, betete ich Jesus dankbar an. Nun war es mein größter Wunsch geworden voll hingegeben für den zu leben, der stellvertretend für mich starb.


An einem Freitagabend kniete ich mich an mein Bett und gab mich Jesus völlig hin. Alles sollte jetzt ihm gehören, jede Faser meines Lebens. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch lange mit einer bestimmten Sünde zu kämpfen. Sie quälte mich täglich, oft bat ich Jesus um Vergebung für diese Sünde und dass er mich doch bitte davon frei macht, aber ich wurde nicht frei. Doch nach diesem Gebet der Hingabe, wusste ich: jetzt bin ich frei davon. Und es ist tatsächlich so. Jesus hat mich von jetzt auf gleich von dieser Sünde frei gemacht.


Wenn ich rückblickend auf mein bisheriges Leben schaue, kommt mir ein Lied in den Sinn. Dort wird gesungen: „Er hat mich einfach aufgesammelt“ und so empfinde ich mein Leben. Ich war nicht sonderlich auf der Suche. Ich habe nicht nach Gott gefragt, aber ER, ER hat mich gesehen und geliebt. ER hat gesehen, wo mein Leben enden würde und ER „hat mich einfach aufgesammelt“. Dafür bin ich Jesus Christus von tiefsten Herzen dankbar! Ihm soll mein ganzes Leben zur Ehre sein! Amen!

Autor: Felix Dyck







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