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  • AutorenbildAntje

Was glaube ich?

Ich glaube fest, dass es einen lebendigen Gott gibt, der sich für mich interessiert und Beziehung mit mir leben möchte, so wie er sich in gleicher Weise für dich interessiert.

Ich glaube, dass dieser Gott allmächtig, allwissend und unfassbar bzw unbeschreiblich ist, uns geschaffen hat und dabei ein Ziel verfolgt hat sowie, dass er uns bedingungslos liebt. Und ich denke, dass er für uns nur das Beste im Sinn hat und uns in Freiheit führen möchte. Konkret bedeutet das, dass ich Gott als meinen Schöpfer und Vater ansehe, der sich darüber freut, wenn ich seine Gegenwart suche und immer mehr mit ihm in Kontakt stehen möchte. Er hat mich verändert und diese Veränderung, die er in mir bewirkt, wenn ich es zulasse, ist für mich der größte Beweis, dass es diesen Gott gibt. Dass seine bedingungslose Liebe real und herz- bzw gesinnungsverändernd ist. Mit meiner Taufe möchte ich meinen Glauben an diesen Gott bekennen und es öffentlich machen, dass er und sein Wort das Fundament meines Lebens sind. Für mich bedeutet das, dass ich mit Gottes Handeln in meinem Leben fest rechne und offen bin für sein Reden. Ich glaube, dass er mich aus einem Grund geschaffen hat und mein Wert in ihm fest ist, genauso wie er auch dir diesen Wert und deine Sinnhaftigkeit zuspricht. Ich bin Gott sehr dankbar für all das, was er mir gibt und die schönen Erlebnisse, wie auch solche scheinbar negativen, enttäuschenden Erfahrungen - welche jedoch sehr prägend und wichtig für mich sind und auch in Zukunft sein werden.


Zunächst einmal möchte ich jedoch darauf eingehen, wie ich zum Glauben an Jesus Christus und diese in die Freiheit rufende, „rettende“ Botschaft, gekommen bin.

Da ich bereits als Kind in die Gemeinde und zu den „Royal Rangers“ [christliche Pfadfinder] gehen durfte und auch in der Familie Gott bereits immer eine Rolle gespielt hat, war er eigentlich schon immer real für mich. Aber auch weil ich schon von so vielen Menschen gehört habe, was sie mit Gott erlebt haben, habe ich Gottes Existenz nie wirklich in Frage gestellt. Genauso wie die Liebe oder der Wind für uns unsichtbar sind und erst die Auswirkungen greifbar und damit realer werden war Gott für mich auch immer da, bewiesen durch die Auswirkungen die Begegnungen von Menschen mit ihm haben.

Die Entscheidung jedoch mein Leben für ihn zu leben und offen für sein Wirken zu sein, habe ich mit 13 Jahren auf dem Bundescamp 2014 erstmalig bewusst getroffen. Da hatte ich jedoch noch nicht so wirklich verstanden, was es konkret heißt dieses Geschenk anzunehmen und in der Freiheit zu leben, zu der er uns berufen hat.

Damit war es nicht länger ein übernommener Glaube, der hier nach der Existenz Gottes fragt, sondern eine freie, eigene Entscheidung. Diese Entscheidung beinhaltet, dass ich Beziehung zu Gott leben will. Ich weiß nicht, ob du dir darunter etwas vorstellen kannst oder ob du vielleicht zu denen gehörst, die auf Erlebnisse, Gespräche mit Gott zurückgreifen können und damit wissen, wovon ich rede.

Für die, die sich darunter nichts vorstellen können, möchte ich kurz erläutern, wie ich Gott in letzter Zeit erlebt habe und was ich aus dieser Erfahrung für mich lernen durfte.

Ich habe bislang zwei Phasen gehabt in denen ich Gott, aber vor allem mich selbst und meinen Glauben in Frage gestellt habe. In der ersten Phase habe ich mich ganz konkret gegen den vermeintlichen Druck aufgelehnt, den ich empfunden habe. War es in der Schule, im Sport oder teilweise auch im Glauben, weil ich einiges falsch verstanden habe. Es haben sich Lernblockaden etabliert und ich war an dem Punkt, an dem ich ausbrechen und die Schule abbrechen wollte.

Ich habe daran gezweifelt, wofür ich gut bin und wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte.

„Wo soll das hinführen? Das Abi schaffst du mit deinen mentalen Schwankungen eh nicht und selbst, wenn du es schaffst, was ist es schon wert? Was willst du damit anfangen und warum sollte es sich lohnen diesen Kampf zu kämpfen?“ Das waren Fragen, die mich nicht mehr losgelassen haben. Irgendwann war mir alles einfach nur noch gleichgültig. Ich bin völlig verzweifelt in Klausuren gegangen und habe im Vorhinein bereits insofern aufgegeben gehabt, dass ich irgendwann gar nicht mehr gelernt habe, weil ich keinen Sinn darin gesehen habe oder teils auch gar nicht sehen wollte.

Wenn du dich jetzt vielleicht fragst, warum ich dir das erzähle, möchte ich dir jetzt sagen, wie ich Gott in diesen Phasen erlebt habe, obwohl ich ihm oft bewusst konkret den Rücken zugewandt haben und so wie es war nicht weiterleben wollte. Mir wäre es auch ziemlich gleichgültig gewesen, wenn ich einfach nicht mehr gewesen wäre.

Doch Gott hat mich überwiegend durch extreme Treue und liebevolle Menschen durch diese Phase getragen, aber auch indem er mir, sobald ich offen für sein Reden war und neuen Mut gefasst habe, gezeigt hat wie schön das Leben sein kann und was er mit mir beruflich anfangen könnte. Ich habe Schritt für Schritt neuen Lebensmut fassen dürfen. Gott hat mir einen ziemlich guten Praktikumsplatz verschafft, der mir einen Beruf vorgestellt hat, in dem ich mir tatsächlich vorstellen konnte zu arbeiten. Außerdem durfte ich viele inspirierenden Menschen kennenlernen und die neue Aufbruchsstimmung genießen. Ich habe Gottes Reden auf dem Sommercamp „Eckstein 2018“ ganz intensiv wahrgenommen und bin mir einer neuen Gelassenheit und Freude in die MSS 12 gestartet.

Und dennoch hat sich meine Haltung ab Ende Oktober wieder gewandelt und ich habe zugelassen, dass Enttäuschungen und Verletzungen mich eingeholt haben. Ich habe ein paar Dinge in den Sand gesetzt, hatte einen Motorradunfall (der mir viel gezeigt hat, aber auch Spuren hinterlassen hat) und habe fast nichts mehr für die Schule getan und dabei gedacht, dass ich es damit nicht würdig bin vor Gott zu kommen mit einer solch undankbaren Haltung.


Das Abi und die Entscheidung, ob ich die 13. Klasse mache, rückte Stück für Stück näher. Der Beruf, den ich im Sommer noch so toll fand, war auch längst nicht mehr so attraktiv, weil mir bewusst geworden ist welche Kosten da auf mich zukommen würden (da die Ausbildung kostenpflichtig ist bzw war). Ich bin immer verzweifelter geworden und habe irgendwann einfach nur noch resigniert und war frustriert. Mir war alles ganz schnell wieder gleichgültig. Ich dachte: „Ja, toll. Dann bin ich ja genau an dem Punkt, an dem ich bereits schonmal war…was soll das Gott? Habe ich mich nicht genug bemüht? Ist mein neuer Plan doch nicht so toll oder was willst du von mir? Was soll das denn jetzt für einen Sinn haben?“

Ja, es hatte einen Sinn. Denn mir ist bewusst geworden, dass ich keine Leistung erbringen oder genau wissen muss, was ich will, sondern mein Wert in Gott allein begründet durch mein Dasein feststeht. Und es ist auch nicht wichtig, ob ich mir einrede, dass ich weniger wert bin, wenn ich faul bin oder undankbar für das, was ich habe. In Gottes Augen ist mein genauso wie dein Wert beständig.

Das war nicht die einzige, doch es war die tiefste Erfahrung, die ich machen durfte und die eine große Bedeutung für mich hat. Aus dem Gefühl, dass ich es (aus mir heraus) gar nicht würdig bin vor Gott zu kommen ist die Erkenntnis gewachsen, dass ich auch nie gut genug sein würde, aber bereits mit 13 Jahren mit der Entscheidung das Geschenk Jesu anzunehmen würdig geworden und durch seinen Tod am Kreuz gerecht vor Gott bin.

Das ist eine Kernbotschaft, die ich in der Theorie bereit relativ früh gehört und eigentlich verstanden habe, aber dann doch nicht wusste, was es in meinem Leben konkret bedeutet. Ich kann sagen, dass Gott mich in eine neue Freiheit geführt hat, in der ich nicht mehr nach Anerkennung durch andere Menschen streben muss, sondern frei von Leistungsdruck einfach sein darf. Ich weiß, wer ich als Kind Gottes bin, dass Ängste mich nicht lähmen müssen und Gott befreiende Wahrheiten über mir ausspricht. Es ist ein Fundament, von dem ich überzeugt bin, dass es auch in schwierigen Phasen Bestand hat. Ich fühle mich unabhängiger von äußeren Umständen und ich denke, dass ich das gefunden habe, was wirklich Bestand hat und wirklich frei machen kann. Ich muss mich nicht selbst verwirklichen oder irgendetwas erreichen, sondern ich darf entdecken, was Gott bereits an Potential in mich gelegt hat und wie ich ein Segen für andere sein darf und die Liebe weitergeben darf, die ich empfangen und erlebt habe. Ich habe eine Hoffnung, die mir durch nichts genommen werden kann, außer von mir selber, indem ich leugne, dass es sie gibt.

Aus diesem Grund möchte ich es heute bekennen und mich festlegen, denn es ist auch eine Freiheit sich festzulegen. Glaube ist auch ein Risiko, aber eines, das sich lohnt einzugehen.

Ich kann sagen, dass Gott meinen Charakter in prüfenden Phasen und unter Druck nur geprägt und gefestigt hat und auch, wenn es nicht immer einfach ist, sage ich: es lohnt sich.

Es lohnt sich offen zu sein für das, was Gott uns sagen und zeigen möchte und ich möchte dich ermutigen diesen Schritt zu gehen, wenn du es noch nicht getan hast; ihn aufzufordern sich dir persönlich zu offenbaren und dieses Geschenk anzunehmen.

Dazu musst du nicht irgendwelche Bedingungen erfüllen, sondern lediglich die Bereitschaft haben, dich auf Gott einzulassen und ihn zu erleben. Ich kann dir Gott nicht beweisen, aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass er sich dir selbst zeigen möchte und vielleicht auch dein Leben völlig auf den Kopf stellen wird; dies aber nur zu deinem Besten dienen und dich in die Freiheit führen soll, zu der wir geschaffen sind.

Ist es ein Risiko, welches du eingehen wirst?

Oder sagst du: „die ist ja völlig abgedreht und das ist mir alles zu abgespaced“? Dann kann ich dich nur ermutigen auf andere zuzugehen und zu fragen, ob sie Gott kennen und wenn ja, was sie mit ihm erlebt haben und warum sie sich dafür entschieden haben diesen Gott zu loben für das, was er für uns alle getan hat. Überleg dir, was es dich kostet und dann entscheide dich welchen Weg du gehen möchtest? - Mit Gott oder ohne?


„Von [Gott] kommt dein erhabenster Gedanke, dein klarstes Wort, dein edelstes Gefühl. Alles, was weniger ist, entstammt einer anderen Quelle.“ - Neal Donald Walsch


Autor: Lisa Christin Görg am 04. 05. 2019




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