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  • AutorenbildAntje

Stille trotz Sturm

Eine der Dinge, die ich momentan lernen darf, ist Ruhe, Ruhe in Gott.

Wir sind so eingestellt, dass wir denken, wir müssten Leistung erbringen. Uns wird von klein auf beigebracht, dass wir uns in der Schule anstrengen sollen, damit wir einen guten Abschluss bekommen um studieren zu können um einen guten Beruf zu erlernen um dann schließlich bis zur Rente zu arbeiten. Wir sollen immer unser Bestes geben, Fehler sind nur in Maßen erlaubt, obwohl es natürlich gut wäre, wenn wir keine machen würden. Doch das kleine bisschen Menschlichkeit wird uns dann meistens doch noch gegönnt. Wir rennen in diesem Hamsterrad und wissen nicht wohin. Wir wollen, dass die Menschen zu uns aufschauen, stolz auf uns sind oder uns sogar um unsere Erfolge beneiden. Und wofür das alles?

Was bringt es Dir, wenn du am Ende deines Lebens viel erreicht und einen Haufen Neider hast?

Die meisten blicken am Ende zurück und bereuen die Zeit, die sie in die Arbeit, aber nicht in ihre Familie, ihre Hobbies, ihre sozialen Kontakte investiert haben. Denn sind wir mal ehrlich, so wissen wir alle, dass wir damit zwar der Wirtschaft und vielleicht auch der Gesellschaft dienen, aber selbst darunter leiden werden.

Ich fordere nicht zur Faulheit auf. Ganz im Gegenteil: Arbeit tut uns Menschen gut. Aber sie kann uns auch zerstören, wenn es um nichts anderes mehr geht. Es wird uns selbst schaden, weil kein Mensch perfekt ist und auch keiner 24/7 Leistung erbringen kann. Außerdem schadet es unserem Umfeld, das wir durch übermäßige Arbeit vernachlässigen werden.

Wie oft haben wir das Gefühl Leistung erbringen zu müssen, damit wir die Aufmerksamkeit, die Liebe unserer Mitmenschen wert sind? Wir strengen uns an und trotzdem ist irgendwann irgendjemand doch besser als wir. Ist es das wirklich wert? Ist dieses Prozeder nicht verkehrt?


Was können wir dagegen tun?

Wenn ich sage: „stille werden“, werden die meisten mich für verrückt erklären. Geht das wirklich so einfach? Durch Gottes Lektion, die ich besonders die letzten Tage lernen durfte, kann ich das verneinen. Es ist nicht einfach. Klar, theorethisch ist es nicht schwer nichts zu tun, aber in der Praxis sieht das ganze etwas komplizierter aus. Denn wir sind die Stille nicht gewöhnt. Wir kennen es andauernd beschäftigt zu sein, immer etwas zu tun zu haben und wenn es nichts sinnvolles oder nützliches ist, dann gibt es ja immer noch das Internet mit den ganzen sozialen Medien und sonstigen Beschäftigungsmethoden.

Damit will ich das Internet nicht verteufeln, denn es hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Uns Christen ist es dadurch um einiges einfacher gemacht worden, das Evangelium, die frohe Botschaft an die ganze Welt weiter zu geben, wenn wir es richtig nutzten. Aber wir tendieren meistens eben dazu genau das nicht zu tun. Im Gegenteil: Wir lassen uns davon ablenken.

Duch solche Ablenkungen fällt es vielen, mich eingeschlossen, schwer Ruhe und Stille zu genießen.

Ich spreche aus Erfahrung. Heute ist zum Beispiel das W-LAN ausgefallen und das auch noch ein einem freien, aber regnerischen Tag. Ich wusste anfangs nicht, was ich machen sollte, da fast nichts auf meinem Handy oder Laptop funktionierte also habe ich gelesen. Später habe ich bei allem, was ich machen wollte, nach meinem Handy gegriffen, um Musik oder ähnliches anzumachen, damit mir die Arbeit leichter fällt. Das funktionierte aber nicht, weil ich für alles eine Internetverbindung brauchte. Mir der Zeit viel mir auf wie selbstverständlich es für mich war, nebenbei Youtube, Netflix, Podcasts oder Musik laufen zu haben. Es war ungewohnt so eine Stille um sich zu haben.


Aber ist das nicht genau das, was wir brauchen?!


Warum fordert Gott uns in der Bibel so oft dazu auf, stille zu werden und die Ruhe bei ihm zu suchen? Weil wir sie brauchen. Wir brauchen Auszeiten und zwar nicht die gängigen „Ich-mache-nichts-und-sitze-vorm-Handy“-Auszeiten, sondern richtige, in denen Gott durch die Stille zu uns sprechen kann. Wir brauchen die Ruhe in ihm, um seine Stimme zu hören, um unsere Gedanken zu sortieren, um den Alltag meistern zu können.

Nimm dir doch einfach ein paar Minuten täglich oder am besten eine Stunde, um bewusstauf Gottes Stimme zu hören, um dich mit ihm auszutauschen. Das wird nicht immer einfach, weil der Teufel versuchen wird diese Zeit mit anderen Dingen zu füllen und uns von Gott abzulenken. Lass das nicht zu! Die meisten von uns hätten eine Stunde täglich Zeit, wenn wir das Handy für eine Stunde weglegen würden. Versuch es doch mal. Diese Zeit wird dir und deinem Umfeld gut tun sowie deine Beziehung mit Gott stärken.


Hier noch ein paar Bibelverse zum Thema Ruhe:


Besser eine handvoll Ruhe, als beide Fäuste voll Mühsal und Haschen nach Wind.“

- Prediger 4, 6 -


„Die Weisheit wohnt ruhigim Herzen des Vesrständigen [...]“ - Sprüche 14, 33


„Sechs Tage sollst gearbeitet werden, aber der siebte Tag soll euch heilig sein, dass ihr die Sabbatruhe des HERRN feiert. Wer da Arbeit verrichtet, der soll sterben.“ - 2. Mose 35, 2


„Ihr sollt jeder Ehrfurch vor seiner Mutter und seinem Vater haben und meine Sabbate halten, denn ich, der HERR, bin euer Gott.“ - 3. Mose 19, 3


„Haltet meine Sabbattage und fürchtet mein Heiligtum! Ich bin der HERR.“ - 3. Mose 19, 30


„Sechs Tage lang soll man arbeiten, aber am siebten Tag ist ein Sabbat der Ruhe, eine heilige Versammlung; da sollt ihr kein Werk tun; denn es ist der Sabbat des HERRN, in allen euren Wohnorten.“ 3. Mose 23, 3


„Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen!“ - Psalm 90, 12






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