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  • AutorenbildAntje

Gott ist anders - Mein Auftrag in Israel 2

Gott ist anders, anders als ich dachte, anders als ich ihn bisher erlebt hatte.

Meine ersten Monate in Israel waren sehr intensiv und anders, so ganz anders als erwartet.


Aber zuerst möchte ich ein bisschen was über die Arbeit hier erzählen. Ich darf in einem Pflegeheim für Holocaustüberlebende mithelfen. Es ist in zwei Stationen mit je 12 Heimplätzen aufgeteilt. Es gibt mehrere Arbeitsbereiche z.B. Pflege, Großküche, Technik, Hauswirtschaft. In allen Bereichen gibt es mindestens einen Langzeitmitarbeiter und dann noch Volontäre, die für mindestens 12 Monate hier hin kommen. Ich bin in der Stationsküche auf Station 1 eingesetzt und unglaublich dankbar dafür. Einen schöneren Arbeitsbereich könnte ich mir wirklich nicht vorstellen. Meine Aufgabe ist es das Frühstück, das zweite Frühstück (nur Obst) und das Abendessen für die Heimbewohner zu machen. Das Mittagessen bekomme ich aus der Großküche und bereite es dann für die Heimbewohner vor, damit sie es essen können. Also püriere ich es für einige, für andere schneide ich es in Stücke usw. Außerdem gehören Tische decken, Geschirr spülen, für Ordnung in der Küche sorgen, also putzen, Wagen für Kaffee und Kuchen richten und noch einiges mehr zu meinen Aufgaben. Die meiste Zeit arbeite ich alleine in der Küche, aber zu den Essenszeiten helfe ich dann beim Essen-Servieren und manchmal auch zum Anreichen im Essbereich.


Der Grund warum ich so gerne in der Stationsküche arbeite, ist, dass ich Küchenarbeit machen darf, was mir schon sehr viel Spaß macht, und trotzdem immer wieder Kontakt mit den Heimbewohnern haben kann. Eine Heimbewohnerin kommt zum Beispiel oft zu mir in die Küche um beim Abtrocknen zu helfen. Abends decken wir dann nach dem Abwasch gemeinsam den Tisch für den nächsten Tag und reden oft noch lange miteinander. Sie erzählt dann lustige Geschichten aus ihrer Kindheit, wie sie zum Beispiel im Krankenhaus den Schwestern Streiche gespielt hat, aber auch von den harten Zeiten. Einer andern Heimbewohnerin bringe ich das zweite Frühstück in den Garten und dann bittet sie mich noch etwas bei ihr zu bleiben und wir unterhalten uns. Diese Momente, diese Gespräche sind das schönste an der Arbeit hier. Von Anfang an, habe ich die Liebe der Mitarbeiter zu den Heimbewohnern bewundert und darf erleben das Gott auch mir diese Liebe zu ihnen gibt. Auch wenn es ganz sicher nicht immer einfach ist. Die Heimbewohner selbst sind nicht einfach und umso erstaunter bin ich dann, wenn ich nach einem Tag, wo sie unzufrieden waren und man es niemandem recht machen konnte, auf Station komme und mich freue ihre Stimmen zu hören und wieder einen Tag mit ihnen verbringen zu dürfen. Die Liebe kommt ganz sicher nur von Gott!


An den Tagen, an denen ich frei habe, darf ich meistens mit den andern Mitarbeitern unterwegs sein und das Land erkunden. In den paar Monaten habe ich so schon einiges sehen und erleben können z.B. Kayak fahren auf dem Jordan, schwimmen im See Genezareth, bei einer archäologischen Ausgrabung mitmachen, verschiedene Nationalparks und Ausgrabungsstätten wie Behtsaida und Kapernaum anschauen. Vor allem dürfen wir das Land, dank Corona, ohne Touristen erleben. Ganz besonders für mich war auch, an Sukkot (Laubhüttenfest) in Jerusalem zu sein. Es war der letzte Tag von Sukkot und der besondere Feiertag Simcha Torah (Freude an der Torah). Wir standen an der Klagemauer und konnten beobachten wie die Juden mit riesigen Torahrollen tanzten, jubelten und Gott für sein Wort dankten. Das war unglaublich bewegend. Die alten Männer rissen die Jungen mit und Väter tanzten mit ihren Kindern auf den Schultern. Das zu beobachten, hat mich aber auch zum Nachdenken gebracht. "Bringe ich meinen Dank für Gottes Wort zum Ausdruck?“


Insgesamt durfte ich in den letzten Monaten viel lernen, über Gott, aber auch über mich. Wie schwach ich bin. Das alles von dem ich dachte, es sei meine Leistung, mein Können, meine Disziplin, allein Gottes Gnade war. Aber auch dass Gott mich liebt, auch wenn ich geistlich und emotional am Boden bin, ihm nichts zu bieten habe und noch nicht mal dazu in der Lage bin sein Wort zu lesen. Er liebt mich trotz meiner Schwachheit und will meine Stärke sein. Ich durfte lernen und begreifen, dass Gott selbst niemanden versucht. Er ist so viel besser, so viel größer und so viel gnädiger als ich dachte und ich bin so viel schwächer, armseliger und verlorener als ich dachte. Es war eine interessante Zeit, in der die Umstände unglaublich gut waren und es geistlich trotzdem so herausfordernd wie noch nie in meinem Leben war. Es ist schwer in Worte zu fassen oder zu erklären weil ich viel nicht verstehe. Aber es geht bergauf, vor allem durch einen Vers den Gott mir besonders wichtig gemach hat:


Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ - 1. Thessalonicher 5:18


Auch wenn ich ihn und seine Wege nicht verstehe, darf und soll ich ihm danken. Und ich darf die unglaubliche Wirkung von Danken und Loben erfahren.

Danke auch für euch und eure Gebete.


Gott segne euch!

Gebetsanliegen:

  • Danke, für den guten Einstieg in die Arbeit und mit den Heimbewohnern.

  • Danke, dass ich Gott immer besser kennen lernen darf

  • Danke, für sein Wort das mich ermutigt und durch trägt

  • Danke, für die Liebe und Kraft die er gibt

  • Danke, für die geistlichen Herausforderungen auch wenn ich sie nicht verstehe

  • Bitte, dass Gott den Heimbewohnern seinen Frieden gibt

  • Bitte, für Gottes Volk

  • Bitte, um Gottes Kraft in Herausforderungen und Versuchungen

  • Bitte, um Liebe zu Gott und meinen Mitmenschen

Autor: jody (1. Bild, zweite von links)









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