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  • AutorenbildAntje

Meine Menschenfurcht

Aktualisiert: 18. Feb. 2021


Letzte Woche ging es mir nicht gut, sodass ich das Verlangen verspürt habe mit meiner besten Freundin zu beten. Also bin ich zu ihr gefahren; das heißt ich bin zu ihrem Gemeindehaus gefahren, weil ihre Jugend, was sie mit einbezieht, sich dort getroffen hat. Aber wisst ihr, was ich dann gemacht habe? Ich bin wieder gefahren, obwohl ich quasi schon vor der Tür stand und das gemeinsame Gebete dringend brauchte.

Das klingt doch verrückt, oder? Vor Allem, weil es für meinen feigen Abgang, anders kann man es nicht nennen, keinen erstichtlichen Grund gab. Doch es gab einen: Menschenfurcht. Vielleicht denkst du jetzt: "Aber warum 'Menschenfurcht'? Du hast doch gesagt, dass es deine beste Freundin ist." Ja, das habe ich und das ist sie auch. Aber es gab noch ein anderes "Problem"; denn sie war nicht alleine. Ihr Jugend, oder zumindest ein paar der Jugendlichen, waren auch dort. Und obwohl ich mit vielen davon ebenfalls sehr gut befreundet bin, habe ich gekniffen. Ich bin abgehauen und habe mich alleine in mein Zimmer verkrochen, weil ich Angst hatte. Angst davor mein Gesicht zu verlieren, wenn ich so zerbrochen vor diese Menschen trete. Angst davor, meine Schwäche, meine unzähligen Fehler so offen vor den Menschen zu zeigen. Kurz: Menschenfurcht.

Ein paar Tage später ist mir auch auf der Arbeit aufgefallen wie viel Menschenfurcht ich in mir trage. Ich habe Angst davor etwas falsch zu machen, weil die anderen dann meine Fehlerhaftigkeit sehen können und vielleicht schlechter von mir denken könnten (was, nebenbei gesagt, selten der Fall ist, weil die anderen meistens weniger über uns nachdenken als wir selber; sie sind meistens mit ihrem eigenen Kram und ihren eigenen Fehlern beschäftigt). Dennoch ist dieser Gedanke, diese Angst in meinem Leben präsent und blockiert mich immer wieder. Das wirkt sich natürlich auch sehr darauf aus wie uns ob man ein Zeugnis ist. Denn wenn ich die ganze Zeit darüber nachdenke, was mein Gegenüber wohl von mir denken könnte, verliere ich aus dem Blick was Gott über mich denkt und ich werde im Fazit so handeln wie mein Gegenüber es von mir erwartet oder verlangt und nicht so wie Gott es möchte. Will ich das? Willst du das?

In der Bibel, Gottes Wort, wird uns so oft gesagt, dass wir uns nicht fürchten, keine Angst haben sollen: "fürchte dich nicht, denn ich bin mir dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!" - Jesaja 41, 10

Wir sollen uns nicht fürchten! Hier steht nicht, dass wir uns nicht zu fürchten brauchen. Nein! Wir sollen uns nicht fürchten! Das ist ein klarer Befehl. Und wenn wir die ganze Sache mal logisch angehen: Wie viel Sinn ergibt es denn sich ängstlich zu verkriechen, wenn der Schöpfer und Erhalter des Universums mit einer riesigen Schar von Engeln hinter dir steht? Welcher Fürst oder König in der Geschichte hat sich vor seinem Feind gefürchtet, wenn er wusste, dass er viel mehr und viel bessere Krieger hat? Welcher Trainer fürchtet sich vor einem Gegner, dessen Mannschaft weit unterlegen ist?

Merkst du vorauf ich hinaus will? Es ist Schwachsinn sich zu fürchten. Ja, es ist normal und menschlich, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass es unnötig ist. Es ist ehrlich gesagt leichter darüber zu schreiben als danach zu leben, was aus meinen Lebensbeispielen klar erkennbar ist, aber Gott möchte täglich an uns arbeiten und uns Stück für Stück näher zu sich ziehen, uns seinem Sohn, Jesus Christus, Tag für Tag, ähnlicher zu machen. Lässt du das zu? Lässt du dich von ihm verändern?

Und zuletzt habe ich noch eine kleine Herausforderung an dich: Mach in dieser Woche etwas, bei dem du denkst oder sogar weißt, dass Menschen es nicht verstehen oder dich verurteilen werden, was Gott aber gerne von dir hätte. Es muss auch nichts großes sein, aber geh diesen Schritt. Probiere es einmal aus und glaub mir, danach wird es dir einfacher fallen und mit jedem Mal, mit dem du so einen Schritt tust, wird deine Menschenfurcht schrumpfen. Konzentrier dich darauf, was Gott von dir will und handle danach, denn das wird dir wahren Segen bringen. Gottes Segen auf deinem Weg von der Menschen- zur Gottesfurcht!



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