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  • AutorenbildAntje

Scherbenhaufen

Aktualisiert: 19. Okt. 2021

Ich bin verwirrt,

fühle mich verirrt.

Meine Gedanken kreisen

und drohen zu entgleisen.

So viele Fragen,

die mir zu tragen

zu schwer wird.

So viel zu verstehen,

doch ich kann kaum

die Hand vor Augen sehen.

Was soll das?

Wo führt das alles hin?

Ich frage nach dem Sinn.

Warum geschah das alles

und was bringt es mir?

Was bringt es dir?

Die Fragen,

Gedanken,

Erlebnisse,

vor denen ich die Fahne hisse.

Ich kapituliere,

fühle mich als ob ich verliere.

Doch in dem allen,

höre ich nicht auf dir, oh Gott, zu gefallen.

So viele wandten sich ab

und das nicht zu knapp.

Mein Scherbenhaufen

ließ so einige (bestürzt) aus meinem Leben laufen.

So oft stand ich wieder allein,

fühlte mich wieder klein

und frage mich voll Verzweiflung:

„Was ist falsch mit mir?

Genüge ich noch nicht mal dir?“

Mein Mut sank immer mehr,

die Zweifel wuchsen dabei sehr.

Nichts, was ich tue,

gibt mir Ruhe;

denn ich kritisiere,

mich dabei mehr und mehr verliere.

Der Strudel zieht mich runter.

Nach außen scheine ich guter,

doch innen bin ich

so gut wie tot.

Ich sehe nur noch rot,

weiß weder ein noch aus,

und will nur noch

hier raus.

In diesem Ringen um Freiheit

und ohne Geleit,

habe ich mich immer mehr verrannt,

mich nicht nur einmal verbrannt.

mein Herz vereisen lassen,

statt zu lieben,

begonnen zu hassen;

mich und andere zu verletzen,

ständig zu hetzen,

innerlich

zu verbluten.

Die Mauern wurden höher,

unüberwindbar gebaut.

Mein Herz hat keinem mehr getraut.

Ich war allein,

verlassen,

gemein;

um mich zu schützen,

baute ich auf falsche Stützen.

Doch mitten in dieses Leid,

den Nein,

den Dreck

in meinem Herzensversteck

kam plötzlich unverhofft

dein Licht.

Du sahst hinter die Fassade;

sahst mich trotz der Maskerade

und liefst nicht fort,

sondern kamst an diesen kaputten Ort.

Du sahst nicht nur von weitem,

ließt dich statt dessen zu meinem Herzen leiten.

Ich wollte dir keinen Weg bereiten,

nicht zeigen meine schlechten Seiten.

Du ignoriertest den Schutt

und das, was war kaputt.

Du sahst durch das Eis,

flüstertest ganz leis:

„Ich liebe dich!“

Ich glaubte es nich’,

stieß dich weg,

wollte allein sein im Dreck.

Doch du kanntest mein Herz,

den verborgenen Schmerz

und schenktest mir

Liebe,

ohne die ich nicht mehr lange bliebe.

Du gabst Hoffnung und Gnade,

obwohl ich es nicht verdiente,

nicht einmal wollte.

Dadurch ein Wunder geschehen sollte:

du ließt den Schmutz verschwinden,

Befreitest mich von Sünden.

Durch dich kann ich leben,

lieben,

lachen,

bin frei in dir.

Das gabst und gibst du mir.

Es ist mehr als alles erträumte,

ersetzt weit alles versäumte.

Zwar gibt es noch Narben,

doch die verblassen unter den Farben,

mit denen du meine Seele kleidest,

keine Schuld an mir ankreidest.

Ich darf Stück für Stück heilen,

muss nicht in dem Dreck verweilen,

den ich so gut kannte,

in dem ich mich verrannte…

aus dem du mich rettest

durch deine Liebe!


Danke, Vater!






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